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Warn- und Anzeigehund für Menschen mit Epilepsie

Epilepsiewarnhund


Epilepsieanzeigehund

 

 

Was ist Epilepsie?

Eine vorübergehende Funktionsstörung des Gehirns, bei welcher die Nervenzellen/Neuronen im Gehirn plötzlich, synchron und völlig unkontrolliert Impulse „abfeuern“. Überspitzt formuliert könnte man von einem Gewitter im Gehirn sprechen.

 

 

Was ist ein epileptischer Anfall?

Ein epileptischer Anfall kann aufgrund der Vielfältigkeit und Variabilität unterschiedlich stark oder schwach ausgeprägt sein. Es gibt Menschen welche nur ein leichtes Zucken oder Kribbeln in einzelnen Muskelgruppen verspüren und andere hingegen sind wie „abwesend“. Im schlimmsten Fall treten massive Krampfanfälle im ganzen Körper auf oder es kommt zur Bewusstlosigkeit.

Es gibt zwei Möglichkeiten, Epilepsien zu klassifizieren.
Zum einen nach ihrer Ursache:

 

Symptomatisch: Die Ursache der Epilepsie ist bekannt, z. B. Hirnverletzung, Schlaganfall

 

Idiopathisch: Die Ursache der Epilepsie ist (vermutlich) genetisch bedingt

 

Kryptogen: symptomatische Epilepsie wird vermutet

 

Zum anderen nach dem Erscheinungsbild der Anfälle, wobei man zwei Gruppen von Anfallsformen unterscheidet:

 

  Fokale/partielle Anfälle: nur ein bzw. mehrere Teile des Gehirns sind betroffen
  Generalisierte Anfälle: das ganze Gehirn ist am Anfallsgeschehen beteiligt

 

 

Fokale Anfälle (einfach Fokal und komplex Fokal)

Fokale Anfälle werden auch als partielle oder lokalisationsbezogene epileptische Anfälle bezeichnet. Hierbei beschränken sich die Anfälle vorerst nur auf einen Teilbereich des Gehirns, können aber im weiteren Verlauf auf das gesamte Gehirn übergehen und sich zu einem generalisierten Anfall (Grand-mal-Anfall) entwickeln. Je nachdem in welchem Bereich des Gehirns der Anfall stattfindet, kann es beispielsweiße sein, dass es zu Zuckungen im Arm kommt (motorischer Anfall) oder eine Sehveränderung (visueller Anfall) eintritt.

 

 

Generalisierte Anfälle (primär und sekundär generalisierte Anfälle)

Generalisierte Anfälle lassen sich keiner bestimmten Hirnregion zuordnen, in der der epileptische Anfall entsteht. Während eines Anfalls kann die Ausbreitung unterschiedlich verlaufen und das gesamte Hirnareal betreffen. Je nach Art des Anfalls unterteilt man noch weiter:

 

Absencen (Bewusstseinsunterbrechungen)
Myoklonische Anfälle (Muskelzuckungen – Kopf ,Arme, Beine)
Tonische Anfälle (länger anhaltende Muskelkontraktionen)
Klonische Anfälle (länger anhaltende rhythmische Zuckungen)
Atonische Anfälle (Verlust der Muskelkraft – Stürzen/zusammen sacken)
Tonisch-klonische Anfälle (Grand mal) häufigste Anfallsform

 

 

Wir unterscheiden in der Assistenzhundausbildung zwischen einem Warnhund und einem Anzeigehund für Menschen mit Epilepsie.

 

 

Was kann ein Epilepsiewarnhund tun?

 

Ein Epilepsiewarnhund lernt im Laufe der Ausbildung seinen Halter vor einem epileptischen Anfall zu warnen, indem er ein vorher auftrainiertes Anzeigeverhalten ausführt. Dies könnte zum Beispiel sein: den Hundeführer anstupsen, anbellen, Pfote auflegen oder die Notfallmedikamente bringen. Der Hund lernt weiter, seinen Besitzer nach dem Anzeigen eines drohenden epileptischen Anfalls, in eine Sicherheitszone zu bringen z.B. wegführen von der Treppe oder Straße zu einer Bank. Im häuslichen Bereich könnte es eine andere Sicherheitszone, wie zum Beispiel das Bett sein.
Es gibt auch hier keine „Standartrasse“ welche nur als Epilepsiewarnhund in Frage kommt. Im besten Fall „arbeitet“ der Hund gerne mit seinem Besitzer zusammen, ist sehr sensibel gegenüber Veränderungen von Halterseite und mag die Nasenarbeit. Haben Sie noch keinen Hund? Kein Problem! Gerne sind wir Ihnen bei der Suche nach dem passenden Lebensbegleiter behilflich.

 

Was kann ein Epilepsieanzeigehund tun?

Ein Anzeigehund für Menschen mit Epilepsie warnt nicht vor einem Anfall. Er stabilisiert seinen Hundehalter emotional in den verschiedenen Phasen vor- , während- , zwischen- und nach einem Anfall. Zudem lernt der Hund im Laufe der Ausbildung ggf. Hilfe über ein für den Hund anwendbares Notfallsystem (nutzbar in der Öffentlichkeit) zu holen, Notfallmedikamente bringen oder wenn es denn gewünscht wird, Passanten „anzusprechen“ welche unterstützend herankommen dürfen. Eine Dualausbildung zum Epilepsiewarn- und Anzeigehund ist nach einem ausführlichen Gespräch möglich.

 

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